Trennst du dich oder trennst du dich nicht?

Heute las ich auf der Webseite der Zeit einen Artikel von Harald Martenstein über “magische Gegenstände”.

Er greift dort ein interessantes Thema auf, das mich auch schon manches Mal beschäftigt hat: Es gibt Menschen, die haben eine geradezu katalogreife Wohnung – alles ist aufgeräumt, die Möbel passen perfekt zum Teppich und den sonstigen Einrichtungs- und Dekorationsgegenständen. Persönliche Gegenstände, Fotos, Nippes, Andenken oder sonstiger “Kram” sind hinter Schranktüren verdammt oder einfach gar nicht erst vorhanden. Es gibt sogar Menschen, die nach dem Prinzip des Minimalismus leben, entrümpeln, auf Konsum zum Zeitvertreib verzichten und nur das Nötige besitzen wollen.

Auch die aktuelle Single von Silbermond singt vom leichten Gepäck, dass man sich von Ballast befreien soll und eigentlich viel weniger braucht, als man denkt.

Nur wie wenig braucht man wirklich? Ich meine hier insbesondere Dinge mit persönlichem Bezug. Bei Harald Martenstein ist es zum Beispiel ein “kleines grünes Töpfchen mit Hautsalbe”, welches für ihn eine Verbindung in der Vergangenheit darstellt, als sein Vater noch lebte. Solche Dinge habe ich auch. Allerdings jede Menge. Ich verbinde mit vielen Dingen eine Erinnerung und frage mich daher manchmal, ob meine Wohnung – ja länger mein Leben andauert und sich mit Erinnerungen füllt – nicht irgendwann überläuft.

Aber von was soll man sich trennen? Sollte man sich überhaupt von “Erinnerungskram” trennen? Welche Erinnerung soll nur noch im Kopf bestehen und welche soll an einem Ding hängen bleiben, welches man in die Hand nehmen, hin- und herräumen, entstauben, dran riechen und als Erinnerungsstütze nutzen kann?

Zum Glück habe ich noch Platz in der Wohnung.