Angeberwörter und Klugscheißersätze

Hä?

Dieses Wort schießt mir in manchen Gesprächen durch den Kopf. Der Anlass ist unterschiedlich, in letzter Zeit war es jedoch häufig die Ansammlung von Angeberwörtern und Klugscheißersätzen bei meinem Gegenüber.

Warum muss man so reden, als würde man gerade einen wissenschaftlichen Aufsatz vortragen? Und warum muss man dabei auch noch versuchen, möglichst jedes Wort der Alltagssprache durch ein Fremdwort zu ersetzen, dessen Bedeutung 90% der Anwesenden unbekannt ist? Das wirkt akademisch, abgehoben und als würde man sich für sein Gegenüber nicht interessieren.

Wie viel schöner und spannender ist es, seine Sätze so zu formulieren, dass man auch verstanden wird?

So wie ich es bisher erlebt habe, wollen Menschen beeindrucken oder einschüchtern, wenn sie beim Sprechen überwiegend Fremdwörter und gestelzte Sätze benutzen. Vielleicht wollen Sie auch bewundert werden oder Angst verbergen. Auf jeden Fall wollen Sie nicht verstanden werden. Kann ich mir zumindest nicht vorstellen. Sonst würden sie ja verständlich reden.

Es ist unnötig, im Alltag Anglizismen (also aus dem Englischen entlehnte Wörter) oder  abstrakte unverständliche Umschreibungen zu nutzen, wenn es dafür auch ein schlichtes, kürzeres Wort gibt. Man muss auch nicht alles substantivieren. Man darf Verben benutzen. (Hat schon mein Deutschlehrer gesagt!)

Seid mutig! Ersetzt die Angeberwörter und Klugscheißersätze durch knackige Worte, die jeder kennt. Genießt das Gespräch mit anderen, anstatt euch mit der Suche nach Anglizismen, Fremdwörtern und lebensfernen Synonymen zu belasten. Auf diese Art wirkt ihr auch gleich viel sympathischer.

Flache Fachlandkarten

Als ich den Raum betrat, waren alle Schüler eingeschlafen. So schien es zumindest. Einige gähnten, zwei hatten sogar ihren Kopf auf die verschränkten Arme gebettet und der Rest schaute extrem gelangweilt und desinteressiert.

Und nun?

Wie motiviere ich müde Teilnehmer, dem Unterricht zu folgen? Diese und viele andere Fragen wurden bei dem Seminar geklärt, das ich letzte Woche erleben durfte.

Ich schreibe absichtlich erleben. Ein Erlebnis war es nämlich. Der Dozent Harald Groß war selbst das beste Beispiel, wie man gut unterrichtet und Freude am Lernen weckt.

Gemeinsam erarbeiteten wir uns, wie man Fachlandkarten erstellt. Wir fanden heraus, was Prototypen sind und wie man Stoff reduziert. Schon allein diese drei Themen waren es wert, am Seminar teilzunehmen. Es gab allerdings noch viel mehr zu entdecken. Spannend fand ich die vielen Methoden, wie man die Teilnehmer aktivieren oder sie sich selbst Unterrichtsstoff erarbeiten lassen kann. Am letzten Tag machten wir auch einige Improvisationsübungen, in denen wir uns Problemen stellen mussten, die im Unterricht vorkommen können. Ich erwischte dabei die schläfrigen Schüler.

So ein tolles Seminar motiviert. Schon heute habe ich die neuen Methoden im Unterricht eingesetzt und bin begeistert davon, wie gut es funktioniert hat.

Und wie kriege ich nun die Müden wieder munter und lernbereit?

Zum einen hilft es, selbst Energie und Motivation auszustrahlen. Man sollte mögen, was man tut und sich auf die Teilnehmer und den Unterricht freuen.

Ein aktivierendes Spiel ist auch toll. Dafür müssen sich die Teilnehmer bewegen und so ein Spiel ist regelmäßig mit Spaß und Lachen verbunden, so dass die Müdigkeit danach verflogen sein dürfte. Einige Ideen findet man zum Beispiel auf dieser Webseite oder im Munterbrechungen-Buch von Harald Groß.

Man kann auch mit einer Gruppenarbeit starten. Hierbei sollte man die Gruppen möglichst durcheinander würfeln, so dass die Teilnehmer aufstehen müssen, um sich in ihren Gruppen zusammenzufinden.